10 Jahre Investmentbarometer von J.P. Morgan Asset Management
Zur 100. Befragung zeigen sich private Anleger erfreulich optimistisch. „Insgesamt sind die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland gut“, kommentiert Jean Guido Servais, Marketing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei J.P. Morgan Asset Management. Allerdings zeigen sich die Teilnehmer auf dem Parkett stellenweise noch verunsichert. Überstieg der deutsche Aktienindex (DAX) im März noch die 7.000er Marke, startete er heute Morgen mit 6.702 Punkten (Stand 9:00h) in den Handelstag. Damit liegt das Börsenbarometer auf solidem Niveau, was sich auch in der Anlegerstimmung widerspiegelt: Mit 45 Prozent nähert sich der Anteil der Sparer, die optimistisch in die Börsenzukunft blicken, allmählich der 50-Prozent-Marke. Ein höherer Wert wurde mit 49,8 Prozent zuletzt im Mai 2011 erreicht. Gleichzeitig rechnen lediglich 18,6 Prozent der Anleger mit einem negativen Börsenverlauf in den nächsten sechs Monaten – so wenige wie zuletzt im Frühjahr 2011. Wie deutlich die Trendwende ist, zeigen die Zahlen vom Herbst 2011: Im September erwarteten knapp 45 Prozent der Anleger eine eher ungünstige Entwicklung, mit einer Aufwärtsbewegung rechnete knapp ein Viertel der Befragten. So stieg der Investor Confidence-Gesamtindex von 0,9 (Januar) auf 3,2 deutlich an. Damit markiert der aktuelle Gesamtindexwert einen Höchststand innerhalb der vergangenen neun Monate. Im Mai 2011 hatte er bei 4,3 gelegen, war in den Folgemonaten rapide abgesunken und hatte sich erst zum Jahresende 2011 etwas erholt. „Als wir vor zehn Jahren mit unserer Befragung starteten, wollten wir wissen, was den Privatanleger bewegt. Es hat sich gezeigt, dass das Verhalten vieler Anleger zyklisch, aber stellenweise auch zeitverzögert mit den Märkten verläuft“, erläutert Servais.
Mehr Börsenoptimismus in den alten Bundesländern
Seit 2002 untersucht J.P. Morgan Asset Management zunächst im monatlichen und später im zweimonatigen Rhythmus die aktuellen Markteinschätzungen und Investitionsabsichten deutscher Privatanleger. Die von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) durchgeführte repräsentative Befragung fand zuletzt vom 9. bis 23. März 2012 statt. Im ersten Schritt wird die Quote der Investmentbesitzer festgestellt; aus dieser Teilgruppe lassen sich dann die verschiedenen Investor-Confidence-Indizes errechnen.
So lassen sich die Ergebnisse unter anderem regional differenziert betrachten. Danach zeigen sich die Anleger in den alten Bundesländern mit einem Indexwert von 3,6 erheblich zuversichtlicher als die Sparer in den neuen Bundesländern (1,4), deren Wert noch im Januar 2012 mit -2,0 im Minusbereich lag. Bei der Geschlechterbetrachtung übertreffen männliche Investoren die weiblichen deutlich an Optimismus. Mit 3,9 liegt der Indexwert bei Männern wesentlich höher als bei Frauen (2,2) – im Januar 2012 lag er bei Letztgenannten ebenfalls noch im Minusbereich (-0,9). Damit setzt sich ein Trend fort, der bei nahezu allen Investor Confidence-Studien der vergangenen Monate und Jahre zu beobachten war.
Zahl der Investmentmuffel auf Jahrestief
Im Kontrast zur positiven Börsenprognose der Anleger steht die gesunkene Investitionsbereitschaft seit Jahresbeginn. So will nur noch gut ein Drittel (36 Prozent) im nächsten halben Jahr investieren. Im Januar waren es noch 41,6 Prozent. Abgenommen hat aber gleichzeitig die Zahl derer, die definitiv nicht investieren wollen – von 52,4 Prozent (Januar 2012) auf 45,8 Prozent, den niedrigsten Wert seit Januar 2011. Gestiegen ist folglich die Zahl der Unentschlossenen auf einen historischen Höchstwert von 18,2 Prozent. Und auch hier ist die Investitionsbereitschaft bei den Männern größer (37,8 Prozent) als bei den Frauen (33,5 Prozent). Gerade bei den Männern ist zudem eine besonders augenfällige Veränderung zu beobachten: Zu Jahresbeginn 2012 hatten sich noch knapp 53 Prozent gegen Investitionen innerhalb der nächsten sechs Monate entschieden, bis März sank dieser Wert um fast 8 Prozentpunkte. Entsprechend rasant stieg der Anteil der Unentschlossenen von 6,4 auf 17 Prozent. Ähnlich das Bild beim Vergleich der alten und neuen Bundesländer – jedoch liegen die Werte für die neuen Länder (Investmentbereite: 32,6 Prozent, Investmentmuffel: 49,4 Prozent) auffallend weit über bzw. unter dem jeweiligen Gesamt-Durchschnittswert. Auch dieser Trend besteht schon länger. Er schwächt sich aktuell jedoch etwas ab, denn noch im Januar 2012 betrug der Anteil der Investmentverweigerer fast 60 Prozent.
Fonds bleiben begehrteste Anlageform, Aktien steigen besonders stark in der Anlegergunst
Im Vergleich zum Januar gewannen Aktien deutlich (+4,1 Prozentpunkte) und Anleihen leicht (+0,4 Prozentpunkte) an Attraktivität, während das Interesse an den übrigen Sparformen sank. Mit 14,9 Prozent Befürwortern bleiben Fonds die begehrteste Anlageform, verloren seit Januar aber 3,7 Prozentpunkte. Auf dem zweiten Platz folgen Aktien mit 13,1 Prozent Fürsprechern. Den dritten Platz sichern sich Tagesgeldkonten mit 11,3 Prozent (-3,4 Prozentpunkte). Für ein Sparbuch würden sich 7,8 Prozent der Interviewten entscheiden (-5,5 Prozentpunkte). Nur 1 Prozent sprechen sich für Anleihen aus und 0,7 Prozent (-1,5 Prozentpunkte) für Zertifikate. „Hier verstärkt sich eine Tendenz, die wir bereits seit Jahresbeginn beobachten: Investmentfonds stehen weiterhin hoch im Kurs der Anleger. Das Vertrauen der Investoren kehrt langsam wieder zurück. Doch sind viele weiterhin unentschlossen. Wenn sich die Märkte beruhigen, sollte auch die Investitionsbereitschaft weiter steigen. Langfristig orientierte Anleger sollten gerade Schwächephasen für ihre Investments nutzen“, resümiert Servais.
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