07 Mai 2010

9. Altersvorsorge-Barometer von J.P. Morgan Asset Management: Sparneigung der Deutschen steigt deutlich

Allzeittief der Vorsorge-Muffel / Regional unterschiedliche Reaktion auf aktuelle Lage

Dass die aktuellen Daten auch die Sparbereitschaft der Deutschen bestätigen, ist ein guter Aufhänger für weitere Gespräche.

Nachdem es mit der Wirtschaft wieder aufwärts geht, steigt auch die Bereitschaft der Deutschen, Geld für ihren Ruhestand zurückzulegen: Der Anteil derjenigen, die regelmäßig jeden Monat Geld für ihren Ruhestand zurücklegen, erhöhte sich um drei Prozentpunkte auf 44 Prozent. Ein so gutes Charles NeusAltersvorsorge-Klima ließ sich zuletzt bei der ersten Befragung im Frühjahr 2007 beobachten – also vor Ausbruch der Finanzkrise.
Bei der aktuellen Befragung im April war der Anteil derjenigen, die angaben, langfristig „nichts“ zu sparen, ebenfalls rückläufig. Mit 35,9 Prozent sank ihr Anteil um weitere 1,8 Punkte – das ist der bisher niedrigste mit dem Altersvorsorge-Barometer ermittelte Wert.

Nach wie vor fühlen sich jedoch manche Befragte durch Staat und Betriebsrenten gut versorgt und sind nicht der Meinung, zusätzlich vorsorgen zu müssen. Der Glaube an die gesetzliche Rente nimmt zwar weiter ab und sinkt auf 5,9 Prozent. Das Vertrauen in die Absicherung durch Staat plus betriebliche Altersvorsorge nimmt dagegen wieder um 2,0 Punkte zu und steigt auf 6,7 Prozent.

Bisher hat bei jeder Befragung mindestens jeder Vierte angegeben, zwar die Notwendigkeit zur Vorsorge erkannt zu haben, sich dies aber nicht leisten zu können. Nun ist erstmal die „magische Grenze“ durchbrochen: Aktuell sank der Anteil derjenigen, die kein Geld für die Altersvorsorge übrig haben, auf 23,3 Prozent. Allerdings meint immer noch fast ein Viertel aller Befragten, keine Mittel aufbringen zu können, um die Rentenlücke zu schließen.

Das Altersvorsorge-Barometer ermittelt auch die Höhe der monatlichen Sparbeträge für die Altersvorsorge. Nach wie vor bewegt sich mehr als die Hälfte der genannten Summen in den drei Kategorien bis maximal 149 Euro.

Fazit: Immer mehr Deutsche sehen die Notwendigkeit der privaten Vorsorge, um die Versorgungslücke im Rentenalter zu schließen. 

Der Altersvorsorge-Atlas zeigt regionale Unterschiede
 
Altersvorsorge-Atlas


Bei Betrachtung der Ergebnisse auf regionaler Ebene ergibt sich ein differenzierteres Bild: Denn nur in einigen Bundesländern liegt die Sparquote gleichauf mit dem Bundesdurchschnitt: So erreicht in der Region Mitte-Ost mit den Bundesländern Thüringen und Sachsen der Anteil der Vorsorge-Sparer mit 43,7 Prozent in etwa den deutschen Durchschnittswert. In Bayern wird mit 45,4 Prozent und in Baden-Württemberg mit 46,3 Prozent dagegen eine leicht überdurchschnittliche Sparleistung erbracht. Weniger vorsorgeaffin zeigen sich die Anleger im Nord-Westen mit den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen: Hier erreicht der Anteil der Vorsorge-Sparer mit 41,8 Prozent nicht ganz den deutschen Durchschnittswert. Die anderen Regionen weichen mit ihrer Sparquote noch deutlicher ab: Besondere Ausreißer nach unten sind die Region Mitte-West mit den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland (39,7 Prozent) und der Nord-Osten mit Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt (39,5 Prozent). Hier ist bundesweit die niedrigste Sparerquote zu finden. In Nordrhein-Westfalen sorgen mit 49,2 Prozent dagegen besonders viele langfristig vor.

Ein Vergleich dieser regionalen Verteilung mit den Ergebnissen des gleichen Vorjahreszeitraums und der Befragung im zweiten Quartal 2007 und 2008 zeigt: Die Sparneigung in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und im Nord-Osten ist nach der Krise besonders stark angestiegen. In Bayern und der Region Mitte-Ost hat sich die Sparquote dagegen im Vergleich zum Vorjahresergebnis deutlich reduziert. Und in den Regionen Mitte West und Nord West ist der Anteil der Vorsorge-Sparer auch in der Krise angestiegen und hat sich aktuell weiter gesteigert oder auf dem höheren Niveau behaupten können

Fazit: Trotz der gegensätzlichen Verhaltensmuster in den Regionen lässt sich fast in ganz Deutschland ein positiver Trend ermitteln

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